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Von Silifke bis Adana.

Oktober 8, 2014

Oder eine Reise in die Geschichte.

 

Doch muss es denn immer Urlaubsberichte schreiben sein ????!!!!!Klingen die nicht alle irgendwie gleich?? Immer dasselbe , nur spektakulär sein?? Kann etwas Alltägliches nicht auch mal mehr als interessant sein? Schreibenswert sein?? Etwas das zufällig, ungeplant passiert??

Geplant war nur der eigentliche Urlaub. Wohin, das war die andere Frage. Das Millenium hatten wir auf Zypern erlebt, übrigends 1 Stunde vor unseren Leuten zu Hause, denn wir waren am östlichsten Zipfel Europas.

Das “ Über die Feiertage- und Sylvester- wegsein“ hat uns gut gefallen und so sollte es auch dieses Mal sein.

( Wie ihr seht, wird es eine lange Geschichte!!!)

In der Zeitung eine Anzeige, so klein gedruckt, dass man gezwungen war ein Lupe zu benutzen. Doch was da u. a. stand, war etwas Aufmerksamkeit schon würdig.

4, in Worten , vier, Wochen, HP , 4 Landessterne für ein paar 100 Mark, in einem Hotel in Kizkalesi/ Türkei!

Türkei ? Jo, ist immer eine Reise wert. Aber Ankunftsflughafen ADANA ?? Den Atlas her und nachgeschaut. Man, da ganz hinten ? Ist ja fast Syrien und der kleine Ort Kizkalesi kaum zu finden, liegt zwischen Erdemli und Silifke , westlich Mersin.Karte Kizkalesi

Na ja , nach anfänglichem Zögern habe ich dann doch gebucht. Es war auch noch einiges frei. Wir waren gespannt , was uns dort wohl erwartet.

Irgendwann, so um den 15.12.rum ging es los. Im düs. Flughafen eingecheckt und ab in den Warteraum. Fast alles Türken, naja, ging ja auch in die Türkei, wen wundert es da. Es kristallisierten sich 8 Paare heraus, die nicht türkischer Abstammung waren.

Dann Boarding ! Was für eine Maschine, ich wollte nicht glauben, was meine Augen sahen.Es muß der erste A 300 sein , der vom Band gelaufen ist, Akdeniz – Air, die Fluggesellschaft. Mir sträubten sich die Nackenhaare.

Wir paar Deutsche wurden ganz nach hinten dirigiert, dort , wo sich die Kabine schon verjüngte.

Was die anderen Passagiere alles noch mit in die Kabine schleppten und versuchten zu verstauen war grandios.

Doch noch grandioser waren die Gepäckwagen. Was da alles angeschleppt wurde, sprengte jeden Rahmen. Als ich mich zurücklehnte und dachte, jetzt geht es los, kam noch eine Zugmaschine mit einer nicht enden wollenden Reihe von Gepäckwagen.

Wo wollen die denn damit noch hin, dachte ich so bei mir? Haben wir etwa einen Dachgepäckträger ober drauf??

Letztendlich fuhr die Wagenkolonne leer zurück und die Packer versuchten , die Ladetür zu schließen. Die Triebwerke wurden schon angelassen und die Klappe war immer noch nicht zu. Das kann ja heiter werden.

Wie heiter es wurde , merkten wir wenig später.

Die Runway runter zum Startpunkt, die Triebwerke brüllten los und der Vogel nahm Fahrt auf. Es dauerte ewig. Und plötzlich, ich saß ja am Fenster, wie immer, sah ich den Ratinger Wald auf uns zukommen und wir waren immer noch nicht oben. Im letzten Moment muss der Pilot den Vogel hoch gerissen haben, ein paar Äste haben wir bestimmt noch gestreift.

Sicher war es kein Wunder, denn die Maschine war rappeldicke voll, es fehlte nur noch der Dachständer und dann all das Gepäck. Warum das alles eben so war, stellten wir dann in Adana fest.

Nun ging es erst richtig los!!! Der Gong ertönte, gleichzeitig verschwand das Rauchverbotszeichen, und die Qualmerei ging los.

Ca 250 Leute zündeten sich die Zigarette gleichzeitig an. Verzweifelt betätigte ich die Lüftung, aber nichts rührte sich. Könnt ihr euch vorstellen? wie verqualmt die Kabine war? War ich denn der einzige Nichtraucher hier?

Als der überwiegende Teil der Passagiere aufgeraucht hatte, steckte meine Frau sich eine Zigarette an, und als sie fertig war, begann die Massenraucherei von neuem.So ging es bis Adana,bis zum Landeanflug. Die Landung wiederum war vorbildlich, wunderbar sanft aufgesetzt!!

Trotz des Massenandrangs an der Passkontrolle und später beim Zoll,lief alles sehr zügig.Das hatten wir auf viel größeren Airports schon ganz anders erlebt.

Wir kamen aus dem Flughafengebäude und trauten unseren Augen nicht.Was ich schon auf dem Weg zum Flughafengebäude aus der Maschine  gesehen hatte, dieses Fahnen- und Schildermeer verwunderte uns, und dann fiel der Groschen—hier ist Wahl—–, deshalb die volle Maschine!!!!

Die Fahrt zum Hotel von Adana, über Mersin und Erdemli nach Kizkalesi, ins Hotel Kilikia(Mädchenburg) Mädchenburgund zum Schwesterhotel Admiral verlief ereignislos, eben die übliche Tour. Nur eben überall die Wahlplakate.

Die Zimmer waren sauber und gepflegt und mit Heizung, wir waren zufrieden.

Dann der erste Erkundungsgang in den Ort, Dorf trifft es eher. Ein paar ,ich sag mal sog. Restaurants, einige Teestuben und sog. Supermärkte gab es dort. Sonst war hier tote Hose.

Ach ja, ein paar Pensionen , mit Schildern, „Zimmer frei“, sogar in Deutsch, gab es auch noch. Sehr ansprechend übrigends.

Dann der Strand…………unendliche Weite, so muß man den beschreiben, weißer Sand und sehr sauber, das Ganze. In der Bucht, nicht allzuweit vom Land, die Ruine der Mädchenburg.

Der Saage nach hat der Herrscher für seine Tochter diese Burg gebaut, weil weisgesagt worden war, sie wird durch den Biss einer Schlange sterben und das Wasser schützte angeblich vor Schlangen. Sie ist dann trotzdem durch einen Schangenbiss gestorben.

 

KIZKALESI ( CORYCOS),35 km östlich von Silivke  (Seleukeia) am Göksu. Wie überall in der Türkei, ist auch diese eine sehr geschichtsträchtige Gegend und etwas östlich von Kizkalesi gab es in Altertum eine große , bekannte Stadt, Canitelides ist der Name. Nur die Festung mit dem Hafen und die Nekropole als Ruinen , existieren noch .Für mich , der gerne in alten Trümmern wühlt und stöbert, ein idealer Ort.

Wir waren rundum zufrieden, denn für die dort herrschenden Verhältnisse, waren wir komfortabel untergekommen. Es war ruhig, sehr ruhig, nur die paar Touris von unseren Hotels trieben sich hier rum. Unsere Zimmer befanden sich im Hotel Kilikia, Frühstück und Abendessen gab es im Schwesterhotel Admiral.

Um den Ort herum gibt es riesige Zitronenhaine in denen sich die Kinder mit Zitronen bewarfen.

Zitronen, dunkelgelb, wir haben sie wie Orangen gegessen. Sie sind nicht so säurehaltig sauer, wie es sie hier gibt.

Und alle Einheimischen grüßten uns, ohne Ausnahme, und nicht aus Gier nach Trinkgeldern o.ä. nein, diese Menschen sind dort so.

Zuerst haben wir uns nicht getraut, in so eine Tee-& Kaffeestube zu gehen, und dann fassten wir Mut und gingen hinein. Der Raum war sehr einfach, fast spartanisch eingerichtet und sehr sauber. Wir wurden herzlich begrüßt und gebeten Platz zu nehmen. Wir wollten doch nur einen Kaffee trinken. Doch bekamen wir noch Kleingebäck dazu serviert.

Diese Gastfreundlichkeit ist überwältigend. Wir sind schon in so vielen Ländern gewesen, aber hier, das war einmalig. (Wie einmalig, sollten wir später noch erleben)

HP hatten wir gebucht, d. h., mittags mussten wir etwas essen, was uns das Dorf so bot.

Kebabbude? Nix, denn Kebab wie wir ihn kennen gibt es dort weit im Osten nicht, denn das ist eine Deutsche Erfindung!

Aber oben an der „Hauptstraße“ ein „Stand“. Ein Holzklotz, wie die Schlachter ihn haben, stand vor der Tür und darauf ein kleiner Holzkohlengrill. Fleischspieße lagen dort und frisches Brot.

Den Mann am Grill fragten wir, ob wir Spieße haben konnten. 6Personen – 6 Spieße!!

Stücke Fladenbrot, Ekmek , auf dem Grill geröstet, Gurken- u. Tomatenscheiben und Zwiebeln  wurden neben dem Grill , auf dem dreckigen Holz(na ja , eine kleine helle Kuhle gab es da), geschnitten, der Spieß im Brot ab und zu „abgetrocknet“. Die Frauen bekamen schon „lange“ Augen, ob dieser Zustände.

Na ja , er zog das Fleisch im Brot ab, tat das „Gemüse“ dazu und gab es uns. Wir bezahlten (umgerechnet Pfennige) und zogen des Weges, und ließen einen sehr zufriedenen Grillmeister zurück.

Also ehrlich, selten hat etwas so gut geschmeckt, das knusprige Brot, das schmackhafte Fleisch , mit den Tomaten, Gurken und Zwiebeln, einfach nur lecker! Übrigends , die Frauen waren ebenso begeistert!

Wir zogen weiter. Die Zitronenhaine zogen unsere Aufmerksamkeit auf sich.

Zwischen den Zitronenbäumen tobten die Kinder wieder, spielten Krieg und bewarfen sich mit den Früchten, die am Boden lagen.

In diesen Breitengraden befinden sich gleichzeitig stark duftende , weiße Blüten, junge , dunkelgrüne Früchte und Zitronen in unterschiedlichen Farben an den Bäumen, von hell bis dunkel Gelb.

Günther pflückte sich eine dunkelgelbe Frucht, schälte sie und verspeiste sie dann mit sichtlichem Genuss. Mir lief ein ganzer Staudamm im Mund zusammen. Doch als auch ich probierte, stellte ich fest, die schmeckten ganz prima und sehr aromatisch. Na ja , man konnte sie ganz gut essen. Die Frage nach Vitaminen war geklärt.

Auf dem Rückweg zum Hotel begegnete uns noch ein Bananenbaum, mit Blüte, groß und dunkelviolett, hatte ich noch nie gesehen.Bananenblüte 2

Der 4. Advent . Nachmittags wurden wir zum Glühwein in die Lobby geladen .Wir schauten uns an , Glühwein? In der Türkei? Hier hinten ganz im Osten? Und dann gratis und bei DEM Wetter?

Was soll ich sagen? Man konnte ihn trinken.

Wir machten es uns im Bereich des Weihnachtsbaums  gemütlich, der für uns dort aufgestellt  und mit viel Liebe geschmückt worden war.

Selbst Geschenkpakete, natürlich Atrappen, sind unter dem Baum drappiert worden.Weihnachten in Kizkalesi

Großartig, wenn man bedenkt, dass in der Türkei überwiegend Moslems leben und sie mit Weihnachten nix am Hut haben. Jedenfalls gaben sie sich große Mühe, es uns dort heimisch zu machen. Was wir an und für sich doch garnicht wollten, wegen des Rummels sind , jedenfalls wir, doch abgehauen.

An einem der Feiertage saßen wir nachmittags  beim Kaffee zusammen. Wir hatten eine Schachtel unserer selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen mitgenommen und stellten diese nun auf den Tisch.

Es hat nicht allzu lange gedauert, bis sie leer war. Nun ja, geschmeckt hat es ihnen .

Wie bei fast jeder Reise, machten wir auch in diesem Jahr wieder einen Ausflug. Zwei Tage nach Kappadokien sollte es gehen. Von unserer Clique schlossen sich nur Mia und Klaus an.5960179209_2eccac7d10_m[1]Mia rechts, Klaus dahinter.

Ein Überlandbus, der etwas größer als ein Dolmus war, holte uns frühmorgends ab. Frühstück sollte es unterwegs in einer Raststätte , die früher mal eine Karawanserei war, geben.

Wie so ziemlich alles andere hier, war auch dieser 2tägige Ausflug absolut erschwinglich und interessant sollte er werden. Wie interessant er wirklich wurde, habe ich derzeit noch nicht erfasst.

Schon die Fahrt rauf in die Berge war  spannend, denn es lag hoch Schnee da oben und der Fahrer hatte Mühe voran zu kommen und in der Spur zu bleiben, obwohl es eine Autobahn ähnliche Schnellstrasse war.

Wir hielten an der Raststätte, stapften durch den Schnee, der verharrscht, ja fast Eis war, in das Restaurant. Hier war es schön warm, denn draussen war es verdammt kalt. Waren wir doch fast 2000m hoch.

Nachdem wir Platz genommen und unsere Bestellung aufgegeben hatten, nahm ich mal einen Rundblick durch den Raum. So um die hundert, überwiegend Einheimische, frühstückten hier. Alles war ruhig und sauber, nirgends Bier oder andere alkoholische Getränke auf den Tischen, und alle räumten ihren Platz ab, nirgends ein mieses Gesicht, alle lächelten freundlich und grüßten, ……………..aber alle qualmten.

An einem reichhaltigen Buffet langten wir richtig zu. Denn wußten wir, wann es das nächste Essen gab?

Es ging weiter. Der Anblick , als wir über den Pass kamen, war grandios. Ein riesiger Talkessel öffnete sich. Rundum hohe Berge , an den Hängen , wie Pilze die kleinen Dörfer, die Häuser mit ihren roten Dächern sahen wie Pilze aus, wie sie so da standen. Am Talboden, auf dem fruchtbaren Boden , Obstplantagen und Felder mit div. Gemüsepflanzen. Das mitten im Winter. Es war wunderbar anzusehen. Und so reihte sich ein Tal an dem Anderen.

Unterwegs machten wir Mittagspause in einem Restaurant an einem größeren See, einem Eiszeitsee. sehr tief sagte man uns.

Mittagessen ? … Klar, gebratene Forellen!! Und sehr lecker!!. Erwähnenswert war der „Kühlschrank“. Ein Bach , der unter der Straße hindurch neben dem Gebäude in ein Becken ,ein paar Meter tiefer floss, das voll war mit Flaschen in Getränkekisten, die so gekühlt wurden. Das Wasser floss dann durch verschiedene Becken, in denen sehr viele Forellen schwammen, letztendlich in den See. Eine sehr praktische , umweltfreundliche Angelegenheit.

 

 

 

 

Die Fahrt ging weiter über Nigde nach Derinkuyu zu den unterirdischen Städten.

Was wir dort zu sehen bekamen, war der absolute Hammer.

Eine komplette, unterirdische Stadt, in den Sandstein gegraben, zweitausend Jahre alt, 80 m tief.80 m tief Hier haben Menschen gelebt, mit ihren Tieren……………..Unglaublich. Ganz unten war/ist die Luft nicht anders als oben im Freien. Ein Wunder der damaligen Technik ??!!!IMGHier ein Querschnitt durch die „Stadt“ Wir waren bis zur Nummer 5 unten, also es waren ca 80 Meter tief.

Wenn es den Feinden dennoch gelang, in die Stollen einzudringen, wurden diese mit großen , einer Art Mühlstein einfach zugerollt.Steintür

Unser Reiseleiter steckte sich ganz unten eine Zigarette an, um zu zeigen, wie die Luftbewegung da unten war/ist. Der Rauch zog ganz einfach in den Kanal.

Bis zur Kirche waren wir unten.

 

Über Kaymakli rollte Der Bus weiter nach Nevsehir. Hier in der Nähe sollte unser Hotel stehen. Stimmt, etwas außerhalb, also fast auf freiem Feld, stand es. Aber was war das denn? Sind wir hier in Ägypten gelandet?

Ein riesiges Tempeltor stand vor uns, abgeflachte Pylone, dazwischen ein schmaler Kamin, in dem unten der Eingang war/ist. Dahinter ein großes, sechsstöckiges Rondell , in dem sich die Zimmer befanden/befinden. Ein nach Landeskategorie 5sterniger Luxusschuppen. Tolle Architektur!!

Drinnen ein Gewimmel von Menschen, überwiegend Japaner und Franzosen und natürlich “ rinnen“

Unser Zimmer …….ein Palast mit Allem drum u. dran. Kurz auspacken , erfrischen und runter zum Essen.

X Vorspeisen, X Sorten Brot und Brötchen, X Sorten an Salaten, frisch und auch zubereitet und in der Mitte des riesigen Raums der Grill und die Küche , in der 8 Köche wirbelten. Alles Erdenkliche an Fleisch und Fisch wurde nach dem Aussuchen vor unseren Augen zubereitet. Alles war so appetitlich.

Noch Nachtisch ? Nee, nichts geht mehr, nur noch`n Kaffee und ein Raki. Dann ab zu Bett , denn am anderen Morgen sollte es wieder zeitig los gehen.

Das Frühstück ? So opulent wie`s Abendessen. Naja, der Tag sollte lang werden und wer weiß, wann es wieder etwas zu essen gab. Also, wieder reingehauen wie die Weltmeister.

Bevor wir nun Nevsehir verlassen, wurde uns nahegelegt, hier Geld zu wechseln, günstiger Kurs u.s.w. Einmal im Leben wollte ich Millionär sein und wechselte 100 DM in türk.Lira. Gut 14 Millionen bekam ich……………..I C H  war Millionär!!!!!! Wenn auch nur in Lira.

GÖREME !!! Ein Novum für in Fels gehauene Wohnungen und Kirchen, mit vielen Fresken,Erzengel Gabriel, Frescco eine zauberhafte Landschaft nahm uns auf, einfach unvergesslich.

Feenkamine,Feenkamine bewohnte wie unbewohnte, in allen möglichen FormenDie drei Grazien und Farben begrüßten uns.Titelbild

*

Eine Märchenlandschaft aus dem Zwergenreich, so kam es mir vor. Es war einfach überwältigend.

Und , nein…wir wurden in keinen Teppichladen verfrachtet. Nur eine große Tropfsteinhöhle besuchten wir auf der Rückfahrt. Doch ja, sie war sehr interessant, jedoch fühle ich mich in Höhlen nicht so wohl.

Pünktlich zum Abendessen waren wir wieder im Hotel in Kizkalesi gelandet. Eine Zeit lang wurde noch bei Bier und Raki über unsere Reise, auch mit anderen Gästen, diskutiert, bevor wir rechtschaffen müde ins Bett fielen. Waren es doch zwei schöne, aber auch anstrengende Tage gewesen.

SILIFKE.

Am Strand liegen? Dazu war es denn doch nicht sonnig genug, obwohl, das Wasser war 20° warm, oder kalt, je nachdem, wie man es sah. Also entschlossen wir uns mal nach Silifke zu fahren. Die ca dreißig Kilometer fuhren wir mit dem Überlandbus. Ein überaus interessantes Erlebnis, so eine Busfahrt mit überwiegend einheimischen Fahrgästen. Hier schleppte jeder jedes mit, ob Tier, ob Obst und Gemüse. In Weidenkörben krähten Hühner oder auch mal eine Ziege oder sogar ein Lamm hatte einer der Fahrgäste auf dem Schoß. Ja, es war schon reichlich gemischt, so auch die Luft. Denn es durfte im Bus geraucht werden. Diese ganze Geräuschkulisse wurde noch von türkischer Musik getoppt.

 

Die Burgruinen auf dem Berg begrüßten uns schon von weitem. Burg SilifkeAm Markt stiegen wir aus und gönnten uns in einem Straßencafe einen Kaffee Türk. Ein Kaffee, der in einem kleinen Blechgefäss auf einer Platte mit Sand gekocht wird. Er ist schon gesüsst und man muss warten, bis das Kaffeemehl gesackt ist, bevor man ihn in die Tasse kippt. Kaffee Türk schmeckt ausgezeichnet. Aber wieder auch nur in dem Land, in dem man Gast ist.

Dann bummelten wir über den Markt und schauten uns das Geschehen an. Im Grunde genommen ist es auch nicht anders wie bei uns, nur es duftet viel intensiver nach Obst und Gewürzen. Und so schmeckt es auch.

Plötzlich sagt Klaus was von auf den Berg rauf. Jo, wir Männer waren einverstanden. Doch die Frauen wollten lieber in den kleinen Kaufhäusern „schnüffeln“ gehen. Doch letztendlich wollten sie uns denn doch nicht alleine gehen lassen.

Ein „Shuttlebus“ brachte uns bis auf den Parkplatz vor der Burg. Zu Fuß war es uns nun doch zu anstrengend.

Siehe Bild, im Vordergrund der Fluss Gök Su (Grüner Fluss), in dem 1190 Kaiser Barbarossa ertrunken ist.

Vom Burgführer Celal Taskiran wurden wir liebevoll begrüßt und in die Teestube geladen, bevor wir uns in die „Trümmer“ stürzen. In aller Ruhe tranken ein Glas Tee, der auch hier wieder sehr gut schmeckte. Celal informierte uns nun im Groben über das, was hier auf dem Berg Kalykadnos auf uns zukommen sollte. In der Bronzezeit sind hier schon die ersten Siedlungen entstanden, woraus später die Stadt Seleukeia, also Silifke entstand. Und auch an der Barbarossa- Geschichte kamen wir natürlich nicht vorbei.

Es gab einen Tunnel von der Festung zum Hafen, der erst teilweise freigelegt ist erzählte Celal und noch so einiges über die wechselnden Herrscher unterschiedlicher Konfessionen. Also Celal stopfte uns mit seinem Wissen voll und das mit Stolz.

Verabschiedet wurden wir wieder mit einem Glas Tee. Auch als wir seine Dienstleistung in Form eines Eintrittsgeldes bezahlen wollten, reagierte Celal fast beleidigt. Hatte er doch viel Freude daran gehabt, einmal dass wir uns für „seine“ Burg interessierten, zum anderen, dass er sein Wissen an den Mann brachte. Natürlich gingen wir nicht einfach so, sondern kauften reichlich Literatur. Dann umarmte er uns alle und Küsschen beiderseits, weil, es ist so üblich hier. In dieser Beziehung haben die Menschen dort keine Berührungsängste. Das ist bei uns Deutschen doch etwas ganz anderes.

 

Hinunter zur Stadt liefen wir zu Fuß, es ging ja bergab und bei viel Unterhaltung über das eben erlebte war der Weg um so viel kürzer. Nach einem Kaffee und einem Stück sehr süßen türkischen Kuchen machten wir uns auf den Rückweg.

SYLVESTER

Ja, und dann war Sylvester. Nach dem Frühstück wurde der Speisesaal umgeräumt und das, was dort reingetragen wurde an Lautsprechern, ließ uns schon Böses ahnen, doch sollte es unsere Ahnungen bei Weitem noch übertreffen.

Sylvester wird in der Türkei groß gefeiert und der Raum füllte sich mit bunt herausgeputzten Kindern und ebensolchen Erwachsenen. Uns paar Deutsche Gäste hatten sie in eine Ecke gepfercht, kann man bald sagen. Zuerst war noch alles ruhig. Aber nach dem Essen ging es los…………………türkische Musik, in Düsenjägerstartlautstärke, Bauchtänzerinnen vor uns auf den Tischen, und die hatten überall Geldscheine drin. Es mag ja sein, dass es für Türken dazu gehört, aber für uns ?? Und dann dieser Krach. Nein, das war denn doch zuviel für uns………..

……………..wir sind abgehauen !!!In der Nähe des Hotels gab es ein kleines Kaffeehaus und sind da rein. Ein Paar Türken saßen dort und spielten Taflat. Wir bestellten Efes Bier und Raki, die Frauen Wein. Es wurde ein langer, ruhiger, schöner Abend, der noch von einem Schlummertrunk in der Suite von Mia und Günter in Form von Sekt abgeschlossen wurde.

Die Frühstückszeit am anderen Morgen ist um zwei Stunden verlängert worden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erdemli

Nur zum Faulenzen oder nur die ganzen Tage hier abhängen ? Nee, das war nichts für uns. Wir wollten etwas sehne von der Ecke hier. So fuhren wir dann nach Erdemli, eine kleine Stadt östlich von Kizkalesi, mit etwa 46000 Einwohnern. Naja, die Frauen wollten „schnüffeln“ gehen. Sie sollten ja auch auf ihre Kosten kommen. Der Bummel durch die Stadt wurde denn doch auch sehr interessant.Unsere Chlicke,v.r.Mia und Klaus meine frau Eva, Günter und Hanne. Shoppen in ErdemliIm Hintergrund bei den großen Bäumen ist der Fluß Alata.

Auch hier wieder diese kleinen Handwerksbetriebe, die mit so wenigen und meist primitiven Werkzeugen so schöne Arbeiten machten. Die meisten davon lagen am Fluß Alata, der direkt durch die Stadt floss.

Auf den Straßen boten fliegende Händler frische Fisch an.Erdenli Fischh.

Mit einer Kanne Wasser ließen sie die Fische frisch aussehen.

 

Wir hatten Kaffeedurst und kehrten in so ein Kaffee, Bäckerei ein. in Erdemli Cafe

 

Wie man sieht ist auch hier alles einfach und zweckmäßig eingerichtet, und …..auch hier durfte geraucht werden. Unsere Frauen aßen den so süssen türkischen Kuchen sehr gerne. Mir war/ist er zu süß. Also Ekmek ist Brot.

Nun hatten wir auch Erdemli besucht und machten uns auf den Rückweg.

Auch Mersin blieb von uns nicht verschont.

Die große Moschee von Mersin.5960738448_3e84a16569_m[1]

 

Die Strandpromenade von Mersin.(der Autor ganz rechts)Wir in Mersin

 

Narlikuyu.

Das Wetter lud zu einem Spaziergang ein. Eigentlich nichts besonderes, denn wir machten viele Spaziergänge und langsam kannten wir das Dorf und die nähere Umgebung.

Die Ruinen der Burgstadt Kanlidivane und die dazugehörige Nekropole etwas östlich von Kizkalesi hatten wir auch schon erkundet.

Auf einer Nebenstraße, besser gesagt Nebenweg, gingen wir ganz langsam in westliche Richtung, völlig planlos, immer in Sichtweite des Meeres. Wunderschöne, malerische Buchten gab es dort und kleine , bunte Fischerboote wiegten sich in der leichten Brise. So verging die Zeit und ebenso die Kilometer.Bucht v. Narlikuyu

 

Vier Buchten weiter westlich von Kizkalesi, hinter der Abzweigung zu den korykischen Grotten, mündet der sagenhafte unterirdische Karstfluss bei Narlikuyu als frische Süsswasserquelle ins Meer.

Die kleine Bucht von Narlikuyu, die fünf Kilometer von Kizkalesi und zanzig Kilometer vun Silifke entfernt liegt, war sowohl in heidnischer als auch in christlicher Zeit ein Hafenort für die Besucher der heiligen korykischen Stätten.

So gelangten wir an eine vergitterte Grotte, direkt an der Straße. Es war der Eingang zu der Grotte der drei Grazien. In der Mythologie sind die drei Grazien bekannt als Begleiterinnen der Musen, der Schutzheiligen von Kunst und Wissenschaft.drei Grazien

Immer wieder waren wir überrascht, wieviele kulturhistorische Stätten uns begegneten in diesem Land, das auch die Wiege der Kultur genannt wird.

Hier im Ort war alles so gut wie tot, kaum ein Mensch zu sehen und wir hatten Kaffeedurst. Ist ja kein Wunder, es ist Winter.

In einer gasse sah ein Haus aus, als könnte es ein Cafe sein.Gasse in Narlikuyu

Links , hinter den groben Steinen sahen wir soetwas wie eine Gaststube. Günter ging runter und stellte fest, die Tür war auf. Er ging hinein, sprach mit Jemandem, winkte uns zu, wir sollten reinkommen.

Jo, das war fein. Ein junger Mann bat uns in die Gaststube, die nicht grösser als ein Wohnzimmer war. Fünf Tische und dazu die entsprechende Menge Stühle hatten darin Platz. Hinter der Tischreihe an der Wand ein großer offener Kamin. Im Zimmer nebenan ein paar Frauen bei Bügel- und Näharbeiten.

Der junge Mann stellte sich als Wirt vor und bat uns Platz zu nehmen und fragte nach unseren Wünschen. Kaffee sagten alle, es klang wie im Chor.

So, nun begann etwas, das ich nie vergessen werde. Bevor der Kaffee fertid war, wurden diverse Gebäcksorten aufgetragen. Auf einen Hinweis, wir wollten doch nur Kaffee, sagte der Wirt in einem Gemisch von Deutsch und Englisch, das ist schon in Ordnung so, es gehört dazu.

Na schön, akzeptiert.

Es gab Kaffee satt und er war sehr gut. Eine Riesenschüssel Würfelzucker kam auf den Tisch. Was war das denn? Auch so usus anscheinend.

Nun schauten wir uns einmal um.Vor der Gaststube war eine Terrasse mit Blick auf die Bucht. Für die Sommergäste dachten wir.

Nun machte der Wirt sich am Kamin zu schaffen, er machte tatsächlich Feuer für uns und unsere Frauen freuten sich, denn so ganz warm war es nicht hier.

Die Bucht aus einer anderen Sicht. Rechts unter den Bäumen unser Cafe.5960180415_89600ac3d5_m[1]

Wir Männer hatten nun Bierdurst und fragten, ob wir auch ein Bier haben könnten. Selbstverständlich konnten wir. So kamen drei Flaschen Efes auf die Back, mit Gläser versteht sich. Aber er kam auch mit drei Gläser Raki an und nicht die normalen Schnapspinnekes, nein das waren fast Wassergläser. Hatten wir auch nicht bestellt und wieder, ist schon ok. Na, das konnte ja heiter werden. Nun bestellten die Frauen auch Wein.

Die Gläser, Flaschen wurden nicht leer, immer wieder füllte der Wirt nach.

Unsere Stimmung wurde immer besser und es wurde , auch durch das Feuer im Kamin, immer gemütlicher und die Zeit lief dahin und bei der Trinkerei bekommt man ja bekanntlich Hunger.

Auf unsere Frage seine Gegenfrage: „Fleisch oder Fisch“, wir sahen uns an und wie aus einem Mund „ Fisch“!

Der junge Wirt bat uns, doch bitte mitzukommen. Zuerst aber zeigte er uns stolz seine Küche, die sehr sauber war, dann ging er mit uns hinaus in das gegenüberliegende Haus, die Treppe rauf (siehe Bild) in einen großen Raum mit drei Kühltruhen. Die erste öffnete er und sie war voll Fische auf Eis. Nun wurden wir gebeten uns die Fische auszusuchen. Herrliche Meeräschen lagen dort, so fast zwei Kilo das Stück und so suchten wir drei Stück aus, für jedes Paar eine Meeräsche.

 

„Gegrillt oder gebraten“, na wenn schon, denn schon, also gegrillt.

Jetzt ging es richtig los. Bevor die Fische fertig waren, wurde aufgetischt. Marinierte Salate, frische Salate, kleine Häppchen mit so eine Art Sardellen, Meeresfrüchtesalat, verschiedene Sorten Oliven. Gegrillte Kartoffelspalten (sie sagten Pommes dazu) und frisches Weißbrot. Wer sollte das alles essen und dann erst die Rechnung nachher, was uns das wohl kosten wird.

 

Die Fische haben hervorragend geschmeckt und es ist auch nichts liegen geblieben davon. Es war ein traumhaftes Essen. Naja, und die Rechnung ? Alles zusammen kostete keine hundert Mark……wir waren platt !! Alle, auch die Frauen, verabschiedeten uns wie üblich in der östlichen Türkei, mit Umarmung und Küsschen und alle waren sehr glücklich. Eine grandiose Gastfreundschaft, kein so oft zitierter Nepp, sie waren nur auf das Wohlergehen ihrer Gäste aus, und sooo bescheiden. Ich werde es nie vergessen !!

 

Der Rückweg fiel uns nun auch schwer, so voll gegessen und getrunken wurden die fünf Kilometer lang und immer länger.

 

 

Hier auf dem Rückweg beschließen wir, unser Abschiedsessen in einer Woche zu machen.

 

Der letzte Urlaubstag in Kizkalesi.

Die Koffer gepackt, die Rechnungen bezahlt, alles wie es sich gehört.

Sechzehn Uhr, los zum Abschiedsessen nach Narlikuyu zu „unserem“ Wirt. Es hatte sich noch ein Paar angeschlossen, denn wir hatten von unserem schönen Tag erzählt und sie waren neugierig geworden, wollten es selbst erleben. Sie war sehr nett und passte in unsere Gruppe. Er war, wie sagt man so, etwas schwierig. Natürlich gingen wir wieder zu Fuß, um so richtig Appetit und Hunger zu bekommen.

Nach knapp ner Stunde hatten wir es geschafft. Unser Wirt stand in der Tür und begrüßte uns wieder sehr herzlich. Nun waren wir acht Personen.

Es begann wie beim ersten Mal und es sollte auch so weitergehen. Nur, der „Neue“! Ihm passte dies nicht und ihm passte das nicht. Der Salat zu sauer, das Brot zu trocken, das Bier zu warm. Es war uns schon sehr peinlich. Als dann der Fisch kam, und er ein wenig braun vom Grillen war, ist er fast geplatzt. Seine Frau platzte bald. Und da haben wir ihm nahelegt sofort zu verschwinden. Seine Frau wollte aber bleiben und er machte deswegen Stunk, da haben wir ihn rausgeworfen. Das mussten wir uns und unserem so netten Wirt nicht antun. Mensch, haben wir uns geschämt.

Nun hatte es seit einiger zu regnen begonnen und wir dachten, da kann er sich abkühlen und haben ihn laufen lassen.

 

Es kam keine rechte Stimmung mehr auf, denn das unser Essen so enden würde, haben wir im Entferntesten nicht erwartet.

Auch unser Wirt war traurig, hatten wir doch zusammen das letzte Mal so viel Spaß gehabt.

Wir bezahlten die Rechnung, gerne, war doch klar und fragten nach einem Taxi, denn inzwischen regnete es in Strömen. Der Wirt griff zum Telefon und telefonierte eine Weile. „Kein Taxi“sagte er nach einer Weile. Was sollten wir nun machen, zu Fuß bei dem Regen? Und morgen in den nassen Klamotten los.

„Kein Problem“ sagt er,“ Gleich kommt ein Wagen“

Und……………………..er kam, ein uralter Dacia1300,Kombi. Wir sahen uns an und lachten, wir sieben Leute in DEN Wagen und noch mit Fahrer? Fragt mich nicht, es ging. Nicht ohne uns von unserem Wirt und seinen Leuten gebührend zu verabschieden, stiegen wir ein. Mia, Günter, Klaus und Hanne auf den Rücksitz, meine Frau lag hinten im Kofferraum, ich mit der alleingelassenen Frau auf dem Schoß auf den Beifahrersitz.

Jo, und so zockelten wir die fünf Kilometer zum Hotel. Dann bezahlen, doch der Fahrer wollte kein Geld, er reagierte fast beleidigt.

So etwas wie Gastfreundschaft murmelte er. Klar, dass wir ein paar Scheine auf dem Rücksitz haben liegen lassen.

 

Trotz allem waren wir doch glücklich über diesen abenteuerlichen Tag und diese einmalige Gastfreundlichkeit hier in der östlichen Türkei.

 

Zufrieden mit unserem Urlaub flogen wir am anderen Morgen mit einem ziemlich neuen Airbus A 310 zurück nach Düsseldorf.

 

Copyright bei Karl Heinz Böttcher. Kopieren nur mit Genehmigung des Verfassers.

 

Erdemli

Nur zum Faulenzen oder nur die ganzen Tage hier abhängen ? Nee, das war nichts für uns. Wir wollten etwas sehne von der Ecke hier. So fuhren wir dann nach Erdemli, eine kleine Stadt östlich von Kizkalesi, mit etwa 46000 Einwohnern. Naja, die Frauen wollten „schnüffeln“ gehen. Sie sollten ja auch auf ihre Kosten kommen. Der Bummel durch die Stadt wurde denn doch auch sehr interessant.Unsere Chlicke,v.r.Mia und Klaus meine frau Eva, Günter und Hanne. Im Hintergrund bei den großen Bäumen ist der Fluß Alata.

Auch hier wieder diese kleinen Handwerksbetriebe, die mit so wenigen und meist primitiven Werkzeugen so schöne Arbeiten machten. Die meisten davon lagen am Fluß Alata, der direkt durch die Stadt floss.

Auf den Straßen boten fliegende Händler frische Fisch an.

Mit einer Kanne Wasser ließen sie die Fische frisch aussehen.

 

Wir hatten Kaffeedurst und kehrten in so ein Kaffee, Bäckerei ein. Es ist

 

Wie man sieht ist auch hier alles einfach und zweckmäßig eingerichtet, und …..auch hier durfte geraucht werden. Unsere Frauen aßen den so süssen türkischen Kuchen sehr gerne. Mir war/ist er zu süß. Also Ekmek ist Brot.

Nun hatten wir auch Erdemli besucht und machten uns auf den Rückweg.

Auch Mersin blieb von uns nicht verschont.

Die große Moschee von Mersin.

 

Die Strandpromenade von Mersin.(der Autor ganz rechts)

 

Narlikuyu.

Das Wetter lud zu einem Spaziergang ein. Eigentlich nichts besonderes, denn wir machten viele Spaziergänge und langsam kannten wir das Dorf und die nähere Umgebung.

Die Ruinen der Burgstadt Kanlidivane und die dazugehörige Nekropole etwas östlich von Kizkalesi hatten wir auch schon erkundet.

Auf einer Nebenstraße, besser gesagt Nebenweg, gingen wir ganz langsam in westliche Richtung, völlig planlos, immer in Sichtweite des Meeres. Wunderschöne, malerische Buchten gab es dort und kleine , bunte Fischerboote wiegten sich in der leichten Brise. So verging die Zeit und ebenso die Kilometer.

 

Vier Buchten weiter westlich von Kizkalesi, hinter der Abzweigung zu den korykischen Grotten, mündet der sagenhafte unterirdische Karstfluss bei Narlikuyu als frische Süsswasserquelle ins Meer.

Die kleine Bucht von Narlikuyu, die fünf Kilometer von Kizkalesi und zanzig Kilometer vun Silifke entfernt liegt, war sowohl in heidnischer als auch in christlicher Zeit ein Hafenort für die Besucher der heiligen korykischen Stätten.

So gelangten wir an eine vergitterte Grotte, direkt an der Straße. Es war der Eingang zu der Grotte der drei Grazien. In der Mythologie sind die drei Grazien bekannt als Begleiterinnen der Musen, der Schutzheiligen von Kunst und Wissenschaft.

Immer wieder waren wir überrascht, wieviele kulturhistorische Stätten uns begegneten in diesem Land, das auch die Wiege der Kultur genannt wird.

Hier im Ort war alles so gut wie tot, kaum ein Mensch zu sehen und wir hatten Kaffeedurst. Ist ja kein Wunder, es ist Winter.

In einer gasse sah ein Haus aus, als könnte es ein Cafe sein.

Links , hinter den groben Steinen sahen wir soetwas wie eine Gaststube. Günter ging runter und stellte fest, die Tür war auf. Er ging hinein, sprach mit Jemandem, winkte uns zu, wir sollten reinkommen.

Jo, das war fein. Ein junger Mann bat uns in die Gaststube, die nicht grösser als ein Wohnzimmer war. Fünf Tische und dazu die entsprechende Menge Stühle hatten darin Platz. Hinter der Tischreihe an der Wand ein großer offener Kamin. Im Zimmer nebenan ein paar Frauen bei Bügel- und Näharbeiten.

Der junge Mann stellte sich als Wirt vor und bat uns Platz zu nehmen und fragte nach unseren Wünschen. Kaffee sagten alle, es klang wie im Chor.

So, nun begann etwas, das ich nie vergessen werde. Bevor der Kaffee fertid war, wurden diverse Gebäcksorten aufgetragen. Auf einen Hinweis, wir wollten doch nur Kaffee, sagte der Wirt in einem Gemisch von Deutsch und Englisch, das ist schon in Ordnung so, es gehört dazu.

Na schön, akzeptiert.

Es gab Kaffee satt und er war sehr gut. Eine Riesenschüssel Würfelzucker kam auf den Tisch. Was war das denn? Auch so usus anscheinend.

Nun schauten wir uns einmal um.Vor der Gaststube war eine Terrasse mit Blick auf die Bucht.Fischlokal mit Bucht Für die Sommergäste dachten wir.

Nun machte der Wirt sich am Kamin zu schaffen, er machte tatsächlich Feuer für uns und unsere Frauen freuten sich, denn so ganz warm war es nicht hier.

Die Bucht aus einer anderen Sicht. Rechts unter den Bäumen unser Cafe.

Wir Männer hatten nun Bierdurst und fragten, ob wir auch ein Bier haben könnten. Selbstverständlich konnten wir. So kamen drei Flaschen Efes auf die Back, mit Gläser versteht sich. Aber er kam auch mit drei Gläser Raki an und nicht die normalen Schnapspinnekes, nein das waren fast Wassergläser. Hatten wir auch nicht bestellt und wieder, ist schon ok. Na, das konnte ja heiter werden. Nun bestellten die Frauen auch Wein.

Die Gläser, Flaschen wurden nicht leer, immer wieder füllte der Wirt nach.

Unsere Stimmung wurde immer besser und es wurde , auch durch das Feuer im Kamin, immer gemütlicher und die Zeit lief dahin und bei der Trinkerei bekommt man ja bekanntlich Hunger.

Auf unsere Frage seine Gegenfrage: „Fleisch oder Fisch“, wir sahen uns an und wie aus einem Mund „ Fisch“!

Der junge Wirt bat uns, doch bitte mitzukommen. Zuerst aber zeigte er uns stolz seine Küche, die sehr sauber war, dann ging er mit uns hinaus in das gegenüberliegende Haus, die Treppe rauf (siehe Bild) in einen großen Raum mit drei Kühltruhen. Die erste öffnete er und sie war voll Fische auf Eis. Nun wurden wir gebeten uns die Fische auszusuchen. Herrliche Meeräschen lagen dort, so fast zwei Kilo das Stück und so suchten wir drei Stück aus, für jedes Paar eine Meeräsche.

 

„Gegrillt oder gebraten“, na wenn schon, denn schon, also gegrillt.

Jetzt ging es richtig los. Bevor die Fische fertig waren, wurde aufgetischt. Marinierte Salate, frische Salate, kleine Häppchen mit so eine Art Sardellen, Meeresfrüchtesalat, verschiedene Sorten Oliven. Gegrillte Kartoffelspalten (sie sagten Pommes dazu) und frisches Weißbrot. Wer sollte das alles essen und dann erst die Rechnung nachher, was uns das wohl kosten wird.

 

Die Fische haben hervorragend geschmeckt und es ist auch nichts liegen geblieben davon. Es war ein traumhaftes Essen. Naja, und die Rechnung ? Alles zusammen kostete keine hundert Mark……wir waren platt !! Alle, auch die Frauen, verabschiedeten uns wie üblich in der östlichen Türkei, mit Umarmung und Küsschen und alle waren sehr glücklich. Eine grandiose Gastfreundschaft, kein so oft zitierter Nepp, sie waren nur auf das Wohlergehen ihrer Gäste aus, und sooo bescheiden. Ich werde es nie vergessen !!

 

Der Rückweg fiel uns nun auch schwer, so voll gegessen und getrunken wurden die fünf Kilometer lang und immer länger.

 

 

Hier auf dem Rückweg beschließen wir, unser Abschiedsessen in einer Woche zu machen.

 

Der letzte Urlaubstag in Kizkalesi.

Die Koffer gepackt, die Rechnungen bezahlt, alles wie es sich gehört.

Sechzehn Uhr, los zum Abschiedsessen nach Narlikuyu zu „unserem“ Wirt. Es hatte sich noch ein Paar angeschlossen, denn wir hatten von unserem schönen Tag erzählt und sie waren neugierig geworden, wollten es selbst erleben. Sie war sehr nett und passte in unsere Gruppe. Er war, wie sagt man so, etwas schwierig. Natürlich gingen wir wieder zu Fuß, um so richtig Appetit und Hunger zu bekommen.

Nach knapp ner Stunde hatten wir es geschafft. Unser Wirt stand in der Tür und begrüßte uns wieder sehr herzlich. Nun waren wir acht Personen.

Es begann wie beim ersten Mal und es sollte auch so weitergehen. Nur, der „Neue“! Ihm passte dies nicht und ihm passte das nicht. Der Salat zu sauer, das Brot zu trocken, das Bier zu warm. Es war uns schon sehr peinlich. Als dann der Fisch kam, und er ein wenig braun vom Grillen war, ist er fast geplatzt. Seine Frau platzte bald. Und da haben wir ihm nahelegt sofort zu verschwinden. Seine Frau wollte aber bleiben und er machte deswegen Stunk, da haben wir ihn rausgeworfen. Das mussten wir uns und unserem so netten Wirt nicht antun. Mensch, haben wir uns geschämt.

Nun hatte es seit einiger zu regnen begonnen und wir dachten, da kann er sich abkühlen und haben ihn laufen lassen.

 

Es kam keine rechte Stimmung mehr auf, denn das unser Essen so enden würde, haben wir im Entferntesten nicht erwartet.

Auch unser Wirt war traurig, hatten wir doch zusammen das letzte Mal so viel Spaß gehabt.

Wir bezahlten die Rechnung, gerne, war doch klar und fragten nach einem Taxi, denn inzwischen regnete es in Strömen. Der Wirt griff zum Telefon und telefonierte eine Weile. „Kein Taxi“sagte er nach einer Weile. Was sollten wir nun machen, zu Fuß bei dem Regen? Und morgen in den nassen Klamotten los.

„Kein Problem“ sagt er,“ Gleich kommt ein Wagen“

Und……………………..er kam, ein uralter Dacia1300,Kombi. Wir sahen uns an und lachten, wir sieben Leute in DEN Wagen und noch mit Fahrer? Fragt mich nicht, es ging. Nicht ohne uns von unserem Wirt und seinen Leuten gebührend zu verabschieden, stiegen wir ein. Mia, Günter, Klaus und Hanne auf den Rücksitz, meine Frau lag hinten im Kofferraum, ich mit der alleingelassenen Frau auf dem Schoß auf den Beifahrersitz.

Jo, und so zockelten wir die fünf Kilometer zum Hotel. Dann bezahlen, doch der Fahrer wollte kein Geld, er reagierte fast beleidigt.

So etwas wie Gastfreundschaft murmelte er. Klar, dass wir ein paar Scheine auf dem Rücksitz haben liegen lassen.

 

Trotz allem waren wir doch glücklich über diesen abenteuerlichen Tag und diese einmalige Gastfreundlichkeit hier in der östlichen Türkei.

 

Zufrieden mit unserem Urlaub flogen wir am anderen Morgen mit einem ziemlich neuen Airbus A 310 zurück nach Düsseldorf.

 

Copyright bei Karl Heinz Böttcher. Kopieren nur mit Genehmigung des Verfassers.

 

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4 Kommentare
  1. L. Schill permalink

    Eigentlich finde ich Reiseberichte eher langweilig, aber hier wurde so lebendig geschrieben. Danke, das ich euch begleiten durfte.

  2. Konnte mit Deinem Kommentar bei mir nichts anfangen… ha ich nicht kapiert…
    Hab es erst heute geschafft, bei Dir reinzugucken… und stellte dann fest, dass die Spüle mal hier stand – aber jetzt weg ist.,

    Kannst du sie mir bitte nochmal zeigen???

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